Südsudan: Nach vier Jahren verzeichnet die UN einen düsteren Unabhängigkeitstag inmitten eines andauernde Konflikts

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Englisches Original

8.07.2015
Die Menschen im Südsudan bereiten sich auf den vierten Geburtstag der Gründung ihres Landes inmitten anhaltenden Leidens, endlosem Maß an Gewalt und unbeschreibbarem, sexuellem Missbrauch, nach UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon, vor

In einer Mitteilung, die früher am Tag veröffentlicht wurde, und kurz vor diesem Meilenstein des Landes – welches am 09.07 offiziell beobachtet wird – erinnerte der Generalsekretär an das Gefühl der Freude und der Hoffnung im ganzen Südsudan in den ersten Tagen des Jahres 2011 als es zur weltjüngsten Nation wurde – ein starker Kontrast zur heutigen Realität, in der Hoffnung in den Afrikanischen Staaten Mangelware ist.

Alle Konfliktparteien müssen wissen, dass die, die für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, sich für ihre Handlungen verantworten müssen.

Die Sicherheitslage im Südsudan verschlechterte sich im vergangenen Jahr stetig, seit die politischen-motivierten Kämpfe zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar, sowie ihren jeweiligen Fraktionen, im Dezember 2013 ausbrachen. Die Feindlichkeiten verwandelten sich später in einen vollwertigen Konflikt, indem von Grausamkeiten und möglichen Kriegsverbrechen berichtet wird.

Nach neuesten Schätzungen, die von der UNHCR veröffentlicht wurden, sind mehr als 730.000 Menschen in benachbarte Länder, wie Uganda, Äthiopien, Kenia und Sudan, welche die höchste Ankunftsrate dieses Jahr hatte, geflohen. In der Zwischenzeit gibt es weitere 1.5 Millionen Binnenvertriebene, oft wurden sie in „Zivilistenschutzlager“, die von der UN-Mission im Südsudan betrieben werden, auch UNMISS genannt, deren Überfüllung weiter ansteigt, verlegt.

„Die Gewalt die den Südsudan seit 18 Monaten heimsucht belegt, dass es keine militärische Lösung dieses Konfliktes gibt. Ich fordere alle politischen Anführer des Südsudan auf – allen vorran Präsident Kiir und den ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar – ihre Führungsqualitäten zu beweisen, in dem sie auf eine politische Lösung setzen und sofort ein umfassenden Friedensvertrag verhandeln,“ erklärte Mr. Ban Ki-Moon. „Zur selben Zeit muss die internationale Gemeinschaft Schritte zur Beendigung des Kampfes einleiten.“

„Die politischen Führer beider Seiten müssen eindeutige, öffentliche Erklärungen machen, dass Angriffe auf Zivilpersonen nicht toleriert werden. Alle Konfliktparteien müssen wissen, dass diejenigen, verantwortlich für ernsthafte Menschenrechtsverletzungen, für ihre Handlungen verantwortlich gemacht werden,“ fügte er hinzu.

Zu diesem Zeitpunkt bekräftigte der Generalsekretär die Bemühungen der Vereinten Nationen eine politische Lösung zu unterstützen, während sie weiterhin alles tun um der gefährdeten Bevölkerung Schutz und humanitäre Hilfe zu gewähren. Diese letztere Aufgabe, stellte er fest, sei kritisch, da „mutige und entschlossene“ humanitäre Helfer und UN-Mitarbeiter unter „gefährlichen und prekären Bediungungen“ arbeiten.

„Es ist wichtig, dass wir den Parteien einen einzigen Weg nach vorne zeigen, mit der vollen Unterstützung der Region und der internationalen Gemeinschaft,“ fuhr er fort. „Frieden, Entwicklung und Menschenrechte sind das Geburtsrecht aller Menschen im Südsudan. Das Versprechen einer neuen Nation, dass sie vier Jahre zuvor feierten muss endlich eingelöst werden.“

Währenddessen, eine Pressekonferenz gestern in Genf ansprechend, warnte Pressesprecher Adrian Edwards, vom Büro des UNHCR, Journalisten, dass politische Bemühungen den Konflikt zu beenden bislang gescheitert sind und dass die Aussicht für die betroffene Bevölkerung düster ist.

„Dies ist eine unbeständige und unsichere Situation, die den humanitären Zugang verhindert,“ erklärte Mr. Edwards. „Andauernde Feindseligkeiten und ein berichteter Anstieg von Menschenrechtsverletzungen und Missbräuchen, die zu weiteren Vertreibungen führten.“

Der Pressesprecher der UN-Agentur fügte hinzu, dass in den letzten Wochen eine Eskalation der Gewalt in den südsudanesischen Gebieten der Unity-Staaten und Upper-Nil-Staaten, mit schweren Kämpfen, die zehntausende Menschen dazu zwang in Busch- und Sumpfland, sowie andere schwer zugängliche Gebiete, zu fliehen, beobachtet werden kann.

Zusätzlich wird von Gräueltaten berichtet – einschließlich angeblichen Vergewaltigung und Verbrennung von Frauen und Mädchen -, welche zu weiteren Vertreibungen der südsudanesischen Bevölkerung beigetragen haben.

Humanitäre Bemühungen, welche denen helfen möchte, die durch den Anstieg der Kämpfe betroffen sind, werden von Finanzierungslücken begrenzt.

UNHCR erklärte, dass seine Flüchtlingshilfsprogramme – in Zusammenarbeit mit 38 weiteren Partnern – 810 Millionen $ erfordert, die zurzeit nur zu 13% gedeckt sind.

Bei dieser Rate, stellte die Agentur fest, sind die Ressourcen ungenügend um angemessene Essens- und Wasserrationen, sowie Gesundheitsdienstleistungen für tausende Südsudanesen bereitzustellen.

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Südsudan vermerkt an seinem 4. Geburtstag mehr als 2,25 Millionen Vertriebene und einen anhaltenden Konflikt

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Kurzinformation 7.07.2015

Dies ist eine Zusammenfassung von dem, was UNHCR-Pressesprecher Adrian Edwars – dem der zitierte Text zuzuschreiben ist – auf der Pressekonferenz am 07.07.2015 im Palais de Nations in Genf sagte.

In Südsudan, welches am Donnerstag seinen 4. Geburtstag der Unabhängigkeit verzeichnen wird, steigen die Flüchtlings- und Binnenvertriebenenzahlen weiter an. Bis heute flohen mehr als 730.000 Menschen in die Nachbarländer und ungefähr 1,5 Millionen Menschen wurden landesintern vertrieben. Zusätzlich kommen im Südsudan weiter Flüchtlinge aus dem benachbarten Sudan an – fast 250.000 Menschen, meistens von Sudan’s Blauem Nil oder aus den Süd-Kordofan-Staaten.

Südsudans Bürgerkrieg und die Gewalt starteten Mitte Dezember 2013. Bisher haben alle politischen Bemühungen es nicht geschafft ein Ende des Konflikts einzuleiten und die Aussichten für die Bevölkerung bleiben düster. In den letzten Wochen ist die Gewalt in den Unity- und Oberen-Nil-Staaten weiter eskaliert. Schwere Kämpfe zwangen Zehntausende Menschen zur Flucht ins Busch- und Sumpfland, in Gebiete die schwer zu erreichen sind. Dies und eine unbeständige und unsichere Situation verhindern den Zugang von humanitärer Hilfe. Andauernde Feindseligkeiten und ein Anstieg von Berichten über Menschenrechtsverletzungen, sowie Missbrauch haben zu weiteren Vertreibungen beigetragen. Trotz der steigenden Zahlen halten die Nachbarländer die Grenzen für Asylsuchende weiter offen. Rund 90% der Neuankömmlinge in diesen Ländern sind Frauen und Kinder.

In Äthiopien kommen im Durchschnitt jeden Tag ungefähr rund 180 südsudanesische Flüchtlinge durch die 4 Grenzübergänge in der Region Gambella. Äthiopien beherbergt über 275.000 südsudanesische Flüchtlinge zusätzlich zu den ungefähr 425.000 Flüchtlingen anderer Nationalität. Die Kapazität zur Aufnahme und Unterstützung weiterer Flüchtlinge aus dem Südsudan und weitere Neuankömmlinge wird weiter verbessert mit den letzten Zuteilungen von neuem Land für den Bau eines sechsten Lagers in der Nähe des bereits bestehenden Flüchtlingslager Pugnido.

Sudan hat die höchste Ankunftsrate in diesem Jahr, mit mehr als 38.000 Südsudanesen die allein im Juni in das Land gekommen sind. Dies hat die Gesamtzahl von Südsudanes auf insgesamt knappe 188.000 gebracht. Die Flüchtlinge kommen täglich am Weissen Nil, in Khartoum und den Süd- und West-Kordofan-Staaten an und schließen sich der Bevölkerung von über 350.000 Südsudanesen an, die nach der Teilung im Sudan geblieben sind.

In Uganda sind seit Dezember mehr als 155.000 Flüchtlinge angekommen, die sich den 22.000 Südsudanesen anschließen, die beschlossen haben nach der Unabhängigkeit ihres Landes weiterhin in Uganda zu bleiben.

In Kenia hat das Flüchtlingslager in Kakuma 46.000 Südsudanesen aufgenommen, womit die Gesamtzahl der Bevölkerung auf 185.000 steigt, was weit über der Kapazität von 125.000 liegt. Dies führt zu Staus und beeinflusst die Hilfe.

Flüchtlingshilfprogramme sind in der ganzen Region stark unterfinanziert. UNHCR und 38 Partner benötigen 810 Millionen US-$ um bis zu 821.000 südsudanesische Flüchtlinge in Äthiopien, Kenia, Sudan und Uganda zu schützen und zu unterstützen. Bisher ist dieser inter-institutionelle Appell nur zu 13% finanziert (102 Millionen US-$). Mit en-masse ankommenden Flüchtlingen werden lebensrettende Maßnahmen, wie Unterkünfte und Grundhilfen priorisiert. Die Ressourcen bleiben unzureichend um angemessene Essensrationen, um Gesundheitshilfe zur Vorbeugung und Behandlung akuter Unterernährung, um ausreichend Trinkwasser anbieten zu können und um Latrinen zu bauen. Kritisch ist, dass etwa 60% der Flüchtlingskinder ohne Zugang zu qualitativ angemessener Grundschulbildung sind und nur 15% der Jugendlichen in der Schule eingeschrieben sind. Die Schlüsselhindernisse zu qualitativ angemessener Bildung sind der zu erwartende Wachstum, wie die Überfüllung der Klassenräume, unterqualifizierte Lehrer und ein Mangel an Freizeitaktivitäten um soziales Engagement konstruktiv zu unterstützen.