Die Anzahl der syrischen Flüchtlinge überschreitet die 4 Millionen Marke, während der Krieg weiter wütet

Pastebin: Übersetzung

Englisches Original

09.07.2015

Der Exodus, den der vierjährige Konflikt in Syrien erzeugt hat, wurde nun zur größten Krise des UNHCR im letzten Vierteljahrhundert und scheint sich noch weiter zu verschlechtern, da die Kämpfe im Land kein Anzeichen eines Abflauen zeigen.

In einer Pressemitteilung heute morgen bestätige das OHCHR die letzten Zahlen, die zeigen, dass mehr als vier Millionen syrische Flüchtlinge aus dem Land im Nahen Osten geflohen sind, seit die Feindseligkeiten im März 2011 begonnen haben.

„Dies ist die größte Flüchtlingsgruppe eines einzelnen Konflikts in einer Generation,“ klagte der UN-Flüchtlingskomissar António Guterres. „ Dies ist eine Gruppe, die die Unterstützung der ganzen Welt verdient, aber stattdessen in entsetzlichen Bedingung lebt und immer tiefer in die Armut sinkt.“

Der syrische Bürgerkrieg, der jetzt die Mitte des fünften Jahres erreicht, hat einen stetigen Abfluss von Flüchtlingen in die benachbarten Länder, wie Libanon, Türkei, Irak und Jordanien, was die Infrastrukturen dieser Länder belastet und zu einer Überfüllung von Siedlungen führt, in denen viele Flüchtlinge mit einer hohen Arbeitslosigkeit und prekären Dienstleistungen zu kämpfen haben, erzeugt.

Nach den neuesten, verfügbaren Daten ist alleine die Türke Gastgeber für mehr als 1.800.000 registrierten Flüchtlingen – mehr als jedes andere Land der Welt – mit über 259.000, die in 23 Lagern der Regierung leben.

Dabei sind diese Zahlen noch niedrig angesetzt und werden unter den verstärkten Kämpfen in ganz Syrien weiter ansteigen, wie die UNHCR anmerkte. Die 4-Millionen-Marke kommt nur 10 Monaten nach der 3-Millionen-Marke.

In der selben Zeit ist das Leben der Exil-Syrer immer härter geworden. Das UN-Werk erklärte, dass 86% der Flüchtlinge außerhalb der jordanischen Siedlungslager unterhalb der Armutsgrenze leben. In Libanon leben 55% der Flüchtlingen in Unterkünften unterhalb des Standards.

Unterdessen hat UNICEF in einem kürzlich veröffentlichtem Bericht genauso davor gewarnt, dass die syrische Krise familiäre Existenzmöglichkeiten dramatisch verringert hat und Millionen Haushalte der Region verarmt leben, Kinder werden stetig weiter in den Arbeitsmarkt getrieben und sind jetzt weitgehend unter schädlichen Arbeitsbedingungen beschäftigt, wobei schwere Schäden an ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden riskiert werden.

„Die verschlechternden Bedingungen treiben immer größer werdende Zahlen nach Europa und darüber hinaus, aber die überwiegende Mehrheit bleibt in der Region,“ fuhr Mr. Guterres fort. „Wir können es uns nicht leisten die Menschen und ihre gastgebenden Gemeinden weiter in die Verzweiflung gleiten zu lassen.“

Während der Konflikt weiter einen stetigen Abfluss von syrischen Flüchtlingen in die ganze Region erzeugt, sind die Bedingungen derer, die immer noch in den belagerten Städten des Landes gefangen sind, weiter düster.

Das OCHA hat darauf hingewiesen, dass etwa 12 Millionen Menschen im Mittleren Osten humanitäre Hilfe benötigen – ein zwölffacher Anstieg seit 2011. 7.6 Millionen Menschen wurden vertrieben durch den Konflikt und weitere 4.8 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe in den schwer zugänglichen Gebieten der belagerten Orte.

Der humanitäre Einfluss auf die Krise wird beeinflusst von den Finanzierungslücken, die großflächige Kürzungen bei der humanitären Hilfe durch die UN erzeugt haben – von Nahrungshilfen bis zu lebensrettenden Gesundheitsdienstleistungen.

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