Südsudan vermerkt an seinem 4. Geburtstag mehr als 2,25 Millionen Vertriebene und einen anhaltenden Konflikt

Pastebin: Übersetzung

Englisches Original

Kurzinformation 7.07.2015

Dies ist eine Zusammenfassung von dem, was UNHCR-Pressesprecher Adrian Edwars – dem der zitierte Text zuzuschreiben ist – auf der Pressekonferenz am 07.07.2015 im Palais de Nations in Genf sagte.

In Südsudan, welches am Donnerstag seinen 4. Geburtstag der Unabhängigkeit verzeichnen wird, steigen die Flüchtlings- und Binnenvertriebenenzahlen weiter an. Bis heute flohen mehr als 730.000 Menschen in die Nachbarländer und ungefähr 1,5 Millionen Menschen wurden landesintern vertrieben. Zusätzlich kommen im Südsudan weiter Flüchtlinge aus dem benachbarten Sudan an – fast 250.000 Menschen, meistens von Sudan’s Blauem Nil oder aus den Süd-Kordofan-Staaten.

Südsudans Bürgerkrieg und die Gewalt starteten Mitte Dezember 2013. Bisher haben alle politischen Bemühungen es nicht geschafft ein Ende des Konflikts einzuleiten und die Aussichten für die Bevölkerung bleiben düster. In den letzten Wochen ist die Gewalt in den Unity- und Oberen-Nil-Staaten weiter eskaliert. Schwere Kämpfe zwangen Zehntausende Menschen zur Flucht ins Busch- und Sumpfland, in Gebiete die schwer zu erreichen sind. Dies und eine unbeständige und unsichere Situation verhindern den Zugang von humanitärer Hilfe. Andauernde Feindseligkeiten und ein Anstieg von Berichten über Menschenrechtsverletzungen, sowie Missbrauch haben zu weiteren Vertreibungen beigetragen. Trotz der steigenden Zahlen halten die Nachbarländer die Grenzen für Asylsuchende weiter offen. Rund 90% der Neuankömmlinge in diesen Ländern sind Frauen und Kinder.

In Äthiopien kommen im Durchschnitt jeden Tag ungefähr rund 180 südsudanesische Flüchtlinge durch die 4 Grenzübergänge in der Region Gambella. Äthiopien beherbergt über 275.000 südsudanesische Flüchtlinge zusätzlich zu den ungefähr 425.000 Flüchtlingen anderer Nationalität. Die Kapazität zur Aufnahme und Unterstützung weiterer Flüchtlinge aus dem Südsudan und weitere Neuankömmlinge wird weiter verbessert mit den letzten Zuteilungen von neuem Land für den Bau eines sechsten Lagers in der Nähe des bereits bestehenden Flüchtlingslager Pugnido.

Sudan hat die höchste Ankunftsrate in diesem Jahr, mit mehr als 38.000 Südsudanesen die allein im Juni in das Land gekommen sind. Dies hat die Gesamtzahl von Südsudanes auf insgesamt knappe 188.000 gebracht. Die Flüchtlinge kommen täglich am Weissen Nil, in Khartoum und den Süd- und West-Kordofan-Staaten an und schließen sich der Bevölkerung von über 350.000 Südsudanesen an, die nach der Teilung im Sudan geblieben sind.

In Uganda sind seit Dezember mehr als 155.000 Flüchtlinge angekommen, die sich den 22.000 Südsudanesen anschließen, die beschlossen haben nach der Unabhängigkeit ihres Landes weiterhin in Uganda zu bleiben.

In Kenia hat das Flüchtlingslager in Kakuma 46.000 Südsudanesen aufgenommen, womit die Gesamtzahl der Bevölkerung auf 185.000 steigt, was weit über der Kapazität von 125.000 liegt. Dies führt zu Staus und beeinflusst die Hilfe.

Flüchtlingshilfprogramme sind in der ganzen Region stark unterfinanziert. UNHCR und 38 Partner benötigen 810 Millionen US-$ um bis zu 821.000 südsudanesische Flüchtlinge in Äthiopien, Kenia, Sudan und Uganda zu schützen und zu unterstützen. Bisher ist dieser inter-institutionelle Appell nur zu 13% finanziert (102 Millionen US-$). Mit en-masse ankommenden Flüchtlingen werden lebensrettende Maßnahmen, wie Unterkünfte und Grundhilfen priorisiert. Die Ressourcen bleiben unzureichend um angemessene Essensrationen, um Gesundheitshilfe zur Vorbeugung und Behandlung akuter Unterernährung, um ausreichend Trinkwasser anbieten zu können und um Latrinen zu bauen. Kritisch ist, dass etwa 60% der Flüchtlingskinder ohne Zugang zu qualitativ angemessener Grundschulbildung sind und nur 15% der Jugendlichen in der Schule eingeschrieben sind. Die Schlüsselhindernisse zu qualitativ angemessener Bildung sind der zu erwartende Wachstum, wie die Überfüllung der Klassenräume, unterqualifizierte Lehrer und ein Mangel an Freizeitaktivitäten um soziales Engagement konstruktiv zu unterstützen.

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